Wasser und Leben
Fließen wie das WasserWasser lässt sich von einem Stein im Fluss nicht aufhalten. Es fließt ohne große Reibung oder Energieverlust um das Hindernis herum. Können wir dieselbe Intelligenz des Wassers erreichen, trotz vielfältiger Hindernisse stets im Fluss zu bleiben?
Selbst das Hindernis ist als ein Bestandteil unserer Umgebung anzuerkennen. Es gibt einen Grund für sein Vorhandensein. Dies zu erkennen und zu akzeptieren liegt in der Intelligenz des Herzens.
Weniger ist manchmal mehr
Wirfst Du einen Stein ins Wasser, zieht er schöne Kreise.
Wirfst Du viele, hast Du nur ein unruhiges Durcheinander.
(Christel Rische)
Wirfst Du einen Stein ins Wasser, zieht er schöne Kreise.
Wirfst Du viele, hast Du nur ein unruhiges Durcheinander.
(Christel Rische)
Müheloses Sein
Sich entspannen ...vertrauen... sich öffnen... und sich zuversichtlich in die Erfahrung mühelosen Seins fallen lassen...
Stellen Sie sich vor: Sie befinden Sich weit draußen im Meer und versuchen angestrengt den Kopf über Wasser zu halten. Je mehr Sie sich abmühen, desto erschöpfter werden Sie. Jede Anstrengung fühlt sich von Mal zu Mal kraftraubender an. Sie kämpfen gegen das Ertrinken an und glauben, Sie müssten noch mehr kämpfen, sich noch mehr bemühen... Sie versuchen mit Ihrem ganzen Sein, nach einem festen Untergrund zu greifen, Sie motivieren die letzten Kraftreserven Ihres Körpers, strengen Ihren Verstand an und versuchen, Ihre ganze Energie darauf zu fokussieren, über Wasser zu bleiben... Sie kämpfen um Ihr Leben. Ihre Aktivitäten werden immer frenetischer. Ein ermüdendes Gefühl der Sinnlosigkeit Ihrer Anstrengungen beginnt sich auszubreiten, doch Sie erkennen, dass Sie nicht aufgeben können, egal was geschieht. Sie zwingen Ihren Verstand auf die höchste Alarmstufe. Sie kämpfen mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Kräften. Ihre Anstrengungen werden immer verzweifelter.
Ein freundlicher Mensch wirft Ihnen einen Rettungsring zu, doch er landet außerhalb Ihrer Reichweite. In der Überzeugung, dass Mühe die einzige Antwort ist, mobilisieren Sie jede Faser Ihres Körpers in dem verzweifelten Versuch, den Rettungsring, die Antwort auf Ihre Gebete, greifen zu können... in dem Wissen, dass aller Friede, alle Sicherheit, das Leben selbst nur eine Armlänge entfernt ist... wenn Sie sich nur ein bißchen mehr bemühen, wird Ihnen der Lohn der Freiheit, werden Ihnen Entspannung und Sicherheit gewiss sein...
Doch mit jeder verzweifelten Bewegung erreichen Sie nur, dass Sie den Rettungsring noch weiter von sich stoßen. Der Kampf wird immer intensiver. Sie spüren, wie Sie langsam die Kontrolle über Ihren verstand verlieren. Sie zwingen ihn, zu funktionieren... alles hängt davon ab, dass Sie diesen letzten Kampf gewinnen... Doch gerade Ihre verzweifelten Anstrengungen treiben den Rettungsring immer weiter weg... immer weiter... und weiter...
Schließlich springt der freundliche Fremde ins Wasser, und als er wieder an die Oberfläche kommt, hört jede Bewegung auf. Er lässt sich einfach auf den Wellen treiben. Er scheint sich nicht zu bewegen... so als würde er ruhen, ganz vertrauensvoll. Sanft bewegen sich seine Beine unter der Oberfläche im Rhythmus der Wellen; mühelos gleitet er auf dem Wasser, im totalen Vertrauen auf die Mühelosigkeit der Gnade. Das Wasser wird still, und der Rettungsring, der nicht länger durch die wilden Versuche ihn zu greifen, weggestoßen wird, ist frei, sich in seine Richtung zu bewegen... Ruhend... Vertrauend... Sich entspannend... Schwimmzug um Schwimmzug nähert sich der Fremde dem Rettungsring, und beinahe ganz ohne Bewegung - eher wie ein sanft geflüstertes Gebet als eine tatsächliche Bewegung - lässt er ihn auf Sie zugleiten. Hektisch greifen Sie nach dem Rettungsring, und erneut treibt er von Ihnen weg. Die Verzweiflung wird unerträglich...
Sie hören eine beruhigende Stimme, die sagt:"Entspanne dich... Entspanne dich einfach... Du bist in Sicherheit... Vertraue... Es wird dir nichts geschehen... Alles, was du brauchst, ist bereits hier." Und wieder schiebt der freundliche Fremde, der dem Ozean vertraut, der Gnade vertraut, den Rettungsring in Ihre Richtung.
Er ist nur eine Armlänge von Ihnen entfernt. Der Wunsch, nach ihm zu greifen, ist sehr stark. Der Impuls, ihn zu packen, ist groß. "Nur noch eine letzte Anstrengung, und ich habe es geschafft", hören Sie sich selbst sagen, doch bevor Sie Ihre Hand nach dem Rettungsring ausstrecken können, vernehmen Sie wieder die Stimme des Fremden, der sagt: "Entspanne dich einfach..."
Jetzt wird Ihnen bewusst, dass der Rettungsring Sie gerade an der Brust berührt hat... und in diesem Augenblick erkennen Sie, dass Sie ihn in Wahrheit gar nicht brauchen, ihn nie gebraucht haben. Sie treiben in einem Meer von Vertrauen. Mit Rettungsring, ohne Rettungsring... Es macht keinen Unterschied.
Sanft bewegt sich Ihr Arm auf den Rettungsring zu, und Sie schauen sich um, um zu sehen, ob noch jemand unnötigerweise im Wasser um sein Überleben kämpft...
Und dann werden Sie der freundliche Fremde.
Ein leises ironisches Lächeln stiehlt sich auf Ihr Gesicht, als Sie die absurde Verrücktheit des Kämpfens gegen das Leben erkennen. Es ist wie ein riesiger, kosmischer Witz. Sie begreifen, dass alles, was Sie gesucht haben, bereits in dem Augenblick hier ist, in dem Sie mit dem Kämpfen aufhören, sich entspannen und vertrauen. Was so weit außerhalb Ihrer Reichweite zu sein schien, erweist sich als etwas, das überall ist, in allem. Und "das, was irgendwo draußen ist, wenn ich es nur greifen könnte", wird als etwas erkannt, das bereits hier ist, in diesem Moment, wie eine endlose Umarmung, die Sie ununterbrochen in einem Meer der Präsenz sanft umfangen hält.
Und genauso verhält es sich mit der Gnade. Je mehr Sie kämpfen, sich anstrengen oder Ihren Verstand auf ein bestimmtes Ziel hin ausrichten, desto weiter entfernen Sie sich von dem Frieden, den Sie suchen. Und der Augenblick, in dem Sie innehalten, Ihren Körper entspannen, sich nicht mehr abmühen, das Kämpfen aufgeben, erfahren Sie den ersehnten Frieden unmittelbar als etwas, das als eine weite, unendliche Präsenz mühelosen Seins jetzt und hier gegenwärtig ist.
Die Natur der Gnade ist mühelose Leichtigkeit. Sie ist perfekt, makellos, frei, unendlich und offen. Sie weiß von sich aus, auf welche Weise sie sich um jeden Aspekt Ihres Lebens kümmern muss, und sie befindet sich immer im Fluss. Wie ein Fluss, der über Steine fließt, die vom Wasser glatt geschliffen sind, so zeichnet sich auch die Gnade durch die natürliche Leichtigkeit aus. Es hat den Anschein, als gäbe es niemanden, der irgendetwas tut oder dafür sorgt, dass "der Fluss fließt". Die Gnade existiert einfach. Sie ist zugleich aufs wunderbarste ruhig und sprühend lebendig. Es ist, als würde dieses Fließen in jedem Moment genau wissen, was zu tun ist. Es gibt nicht "jemanden", der sein natürliches Moment kontrolliert, überwacht und dirigiert. Mit müheloser Leichtigkeit fließt die Gnade durch das Leben.
(Brandon Bay, "Die Freiheit leben")
Sich entspannen ...vertrauen... sich öffnen... und sich zuversichtlich in die Erfahrung mühelosen Seins fallen lassen...
Stellen Sie sich vor: Sie befinden Sich weit draußen im Meer und versuchen angestrengt den Kopf über Wasser zu halten. Je mehr Sie sich abmühen, desto erschöpfter werden Sie. Jede Anstrengung fühlt sich von Mal zu Mal kraftraubender an. Sie kämpfen gegen das Ertrinken an und glauben, Sie müssten noch mehr kämpfen, sich noch mehr bemühen... Sie versuchen mit Ihrem ganzen Sein, nach einem festen Untergrund zu greifen, Sie motivieren die letzten Kraftreserven Ihres Körpers, strengen Ihren Verstand an und versuchen, Ihre ganze Energie darauf zu fokussieren, über Wasser zu bleiben... Sie kämpfen um Ihr Leben. Ihre Aktivitäten werden immer frenetischer. Ein ermüdendes Gefühl der Sinnlosigkeit Ihrer Anstrengungen beginnt sich auszubreiten, doch Sie erkennen, dass Sie nicht aufgeben können, egal was geschieht. Sie zwingen Ihren Verstand auf die höchste Alarmstufe. Sie kämpfen mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Kräften. Ihre Anstrengungen werden immer verzweifelter.
Ein freundlicher Mensch wirft Ihnen einen Rettungsring zu, doch er landet außerhalb Ihrer Reichweite. In der Überzeugung, dass Mühe die einzige Antwort ist, mobilisieren Sie jede Faser Ihres Körpers in dem verzweifelten Versuch, den Rettungsring, die Antwort auf Ihre Gebete, greifen zu können... in dem Wissen, dass aller Friede, alle Sicherheit, das Leben selbst nur eine Armlänge entfernt ist... wenn Sie sich nur ein bißchen mehr bemühen, wird Ihnen der Lohn der Freiheit, werden Ihnen Entspannung und Sicherheit gewiss sein...
Doch mit jeder verzweifelten Bewegung erreichen Sie nur, dass Sie den Rettungsring noch weiter von sich stoßen. Der Kampf wird immer intensiver. Sie spüren, wie Sie langsam die Kontrolle über Ihren verstand verlieren. Sie zwingen ihn, zu funktionieren... alles hängt davon ab, dass Sie diesen letzten Kampf gewinnen... Doch gerade Ihre verzweifelten Anstrengungen treiben den Rettungsring immer weiter weg... immer weiter... und weiter...
Schließlich springt der freundliche Fremde ins Wasser, und als er wieder an die Oberfläche kommt, hört jede Bewegung auf. Er lässt sich einfach auf den Wellen treiben. Er scheint sich nicht zu bewegen... so als würde er ruhen, ganz vertrauensvoll. Sanft bewegen sich seine Beine unter der Oberfläche im Rhythmus der Wellen; mühelos gleitet er auf dem Wasser, im totalen Vertrauen auf die Mühelosigkeit der Gnade. Das Wasser wird still, und der Rettungsring, der nicht länger durch die wilden Versuche ihn zu greifen, weggestoßen wird, ist frei, sich in seine Richtung zu bewegen... Ruhend... Vertrauend... Sich entspannend... Schwimmzug um Schwimmzug nähert sich der Fremde dem Rettungsring, und beinahe ganz ohne Bewegung - eher wie ein sanft geflüstertes Gebet als eine tatsächliche Bewegung - lässt er ihn auf Sie zugleiten. Hektisch greifen Sie nach dem Rettungsring, und erneut treibt er von Ihnen weg. Die Verzweiflung wird unerträglich...
Sie hören eine beruhigende Stimme, die sagt:"Entspanne dich... Entspanne dich einfach... Du bist in Sicherheit... Vertraue... Es wird dir nichts geschehen... Alles, was du brauchst, ist bereits hier." Und wieder schiebt der freundliche Fremde, der dem Ozean vertraut, der Gnade vertraut, den Rettungsring in Ihre Richtung.
Er ist nur eine Armlänge von Ihnen entfernt. Der Wunsch, nach ihm zu greifen, ist sehr stark. Der Impuls, ihn zu packen, ist groß. "Nur noch eine letzte Anstrengung, und ich habe es geschafft", hören Sie sich selbst sagen, doch bevor Sie Ihre Hand nach dem Rettungsring ausstrecken können, vernehmen Sie wieder die Stimme des Fremden, der sagt: "Entspanne dich einfach..."
Jetzt wird Ihnen bewusst, dass der Rettungsring Sie gerade an der Brust berührt hat... und in diesem Augenblick erkennen Sie, dass Sie ihn in Wahrheit gar nicht brauchen, ihn nie gebraucht haben. Sie treiben in einem Meer von Vertrauen. Mit Rettungsring, ohne Rettungsring... Es macht keinen Unterschied.
Sanft bewegt sich Ihr Arm auf den Rettungsring zu, und Sie schauen sich um, um zu sehen, ob noch jemand unnötigerweise im Wasser um sein Überleben kämpft...
Und dann werden Sie der freundliche Fremde.
Ein leises ironisches Lächeln stiehlt sich auf Ihr Gesicht, als Sie die absurde Verrücktheit des Kämpfens gegen das Leben erkennen. Es ist wie ein riesiger, kosmischer Witz. Sie begreifen, dass alles, was Sie gesucht haben, bereits in dem Augenblick hier ist, in dem Sie mit dem Kämpfen aufhören, sich entspannen und vertrauen. Was so weit außerhalb Ihrer Reichweite zu sein schien, erweist sich als etwas, das überall ist, in allem. Und "das, was irgendwo draußen ist, wenn ich es nur greifen könnte", wird als etwas erkannt, das bereits hier ist, in diesem Moment, wie eine endlose Umarmung, die Sie ununterbrochen in einem Meer der Präsenz sanft umfangen hält.
Und genauso verhält es sich mit der Gnade. Je mehr Sie kämpfen, sich anstrengen oder Ihren Verstand auf ein bestimmtes Ziel hin ausrichten, desto weiter entfernen Sie sich von dem Frieden, den Sie suchen. Und der Augenblick, in dem Sie innehalten, Ihren Körper entspannen, sich nicht mehr abmühen, das Kämpfen aufgeben, erfahren Sie den ersehnten Frieden unmittelbar als etwas, das als eine weite, unendliche Präsenz mühelosen Seins jetzt und hier gegenwärtig ist.
Die Natur der Gnade ist mühelose Leichtigkeit. Sie ist perfekt, makellos, frei, unendlich und offen. Sie weiß von sich aus, auf welche Weise sie sich um jeden Aspekt Ihres Lebens kümmern muss, und sie befindet sich immer im Fluss. Wie ein Fluss, der über Steine fließt, die vom Wasser glatt geschliffen sind, so zeichnet sich auch die Gnade durch die natürliche Leichtigkeit aus. Es hat den Anschein, als gäbe es niemanden, der irgendetwas tut oder dafür sorgt, dass "der Fluss fließt". Die Gnade existiert einfach. Sie ist zugleich aufs wunderbarste ruhig und sprühend lebendig. Es ist, als würde dieses Fließen in jedem Moment genau wissen, was zu tun ist. Es gibt nicht "jemanden", der sein natürliches Moment kontrolliert, überwacht und dirigiert. Mit müheloser Leichtigkeit fließt die Gnade durch das Leben.
(Brandon Bay, "Die Freiheit leben")
Das perfekte Haus
Ein Einsiedlerkrebs lebte auf dem Meeresboden ganz in der Nähe einer schönen Koralle. Er besaß ein feines Schneckenhaus, in das er sich jederzeit zurückziehen konnte.
Doch eines Tages schien ihm sein Schneckenhaus nicht mehr gut genug zu sein: „Ich bin ein angesehener Einsiedlerkrebs und sollte mir ein neues Haus suchen", sagte er zu sich. „Ich habe einfach etwas Besseres verdient."
Und so verließ er sein Schneckenhaus und machte sich auf die Suche. Dutzende, ja, sogar hunderte von Schneckenhäusern probierte der Krebs aus, aber keines erfüllte seine Erwartungen. Das eine war zu groß, das andere zu klein, wieder ein anderes hatte einen Riss und das nächste nicht die richtigen Farben.
Entmutigt setzte er sich in den Sand. Da fiel sein Blick auf ein weiteres Schneckenhaus. Er mobilisierte noch einmal alle Kräfte, kroch zu diesem Schneckenhaus und schlüpfte hinein.
Und ja, das war das perfekte Schneckenhaus! Es passte genau, es sah wunderschön aus und er fühlte sich auf Anhieb ganz zu Hause.
Selig schlief er ein.
Als er am nächsten Morgen aufwachte, fiel sein Blick auf die schöne Koralle ganz in seiner Nähe. Darauf besah er sich das Schneckenhaus genauer ... und es war exakt das Haus, das er verlassen hatte, um sich ein besseres zu suchen.
Ein Einsiedlerkrebs lebte auf dem Meeresboden ganz in der Nähe einer schönen Koralle. Er besaß ein feines Schneckenhaus, in das er sich jederzeit zurückziehen konnte.
Doch eines Tages schien ihm sein Schneckenhaus nicht mehr gut genug zu sein: „Ich bin ein angesehener Einsiedlerkrebs und sollte mir ein neues Haus suchen", sagte er zu sich. „Ich habe einfach etwas Besseres verdient."
Und so verließ er sein Schneckenhaus und machte sich auf die Suche. Dutzende, ja, sogar hunderte von Schneckenhäusern probierte der Krebs aus, aber keines erfüllte seine Erwartungen. Das eine war zu groß, das andere zu klein, wieder ein anderes hatte einen Riss und das nächste nicht die richtigen Farben.
Entmutigt setzte er sich in den Sand. Da fiel sein Blick auf ein weiteres Schneckenhaus. Er mobilisierte noch einmal alle Kräfte, kroch zu diesem Schneckenhaus und schlüpfte hinein.
Und ja, das war das perfekte Schneckenhaus! Es passte genau, es sah wunderschön aus und er fühlte sich auf Anhieb ganz zu Hause.
Selig schlief er ein.
Als er am nächsten Morgen aufwachte, fiel sein Blick auf die schöne Koralle ganz in seiner Nähe. Darauf besah er sich das Schneckenhaus genauer ... und es war exakt das Haus, das er verlassen hatte, um sich ein besseres zu suchen.
